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Maiwanderung zum „Gipfel der Republik“

„Der Steinklau brachte dem Knoorz ein Verfahren vor dem Königlich Bergischen Amtsgericht in Waldbröl ein.“ Auf einer einsamen Waldlichtung erzählte Lokalhistoriker Christoph Buchen am 1. Mai 2017 humorvoll die Anekdote von dem dicken Stein, der heute den „Gipfel der Republik“, mit 444 Metern die höchste Erhebung der Gemeinde Morsbach, markiert.

80 Morsbacher, Jung und Alt, waren dem Aufruf des Heimatvereins Morsbach zur traditionellen 19. Familienwanderung gefolgt, darunter die kleine Greta im Kinderwagen mit drei Monaten und Vorstandsmitglied Klaus Jung mit 80 Jahren. Ziel der Tour war „die Mohrenbach“ oberhalb von Wendershagen. Dort hatte die Gruppe zunächst die Gelegenheit, eines der Windräder von Innen zu besichtigen. Der Betreiber erläuterte anschaulich die Funktion der Stromerzeugung mittels Windkraft.

Nach leckeren Grillwürstchen ging es dann zu dem eingangs erwähnten „Gipfelstein“. „In einem Chausseegraben bei Volperhausen hatte der Gastwirt Herbert Stausberg, genannt Knoorz, 1986 einen Straßenmarkierungsstein gefunden, der die Jahreszahl 1868 trug.“, erzählte Christoph Buchen. Damit der Stein aber nicht unbeachtet im Morast des Straßengrabens versank, habe Stausberg ihn einst „sichergestellt“ und auf den „Gipfel der Republik“ befördert, was ihm ein Strafverfahren vor dem Amtsgericht Waldbröl eingehandelt hat. Die Geschichte des „Steinklaus“ nahm damals jedoch mit einem milden Urteil ein gutes Ende.

„Zwar sind die Höhen rund um Morsbach nicht so steil und hoch, dass man schwindelig werden könnte.“, meinte der Vorsitzende des Heimatvereins Werner Schuh am Ende. „Dennoch hat dieses interessante Wanderziel mal wieder zum besseren Kennenlernen unserer Heimat beigetragen.“ Fotos: Hermann-Josef Schuh u. Christoph Buchen (01.05.17)

Lokalhistoriker Christoph Buchen (rechts) erzählte bei der Maiwanderung des Heimatvereins Morsbach die Anekdote über den dicken Stein auf dem „Gipfel der Republik“.