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Vereinschronik

Chronik des Heimatvereins Morsbach

Am 15.10.1896 wurde der „Verschö­ner­ungs­verein Morsbach“ gegründet. Der Verein bezweckte damals, „durch Heranziehung von Sommerfrischlern, Touristen und erholungsbedürftigen Fremden den Verkehr in Morsbach und seiner Umgebung zu heben und auf diese Weise der hiesigen Gemeinde eine neue Erwerbs­quelle zu eröffnen“. Weiter sahen die Statuten vor, zu annoncieren, einen Fremdenführer herauszugeben und den Ort zu verschönern. Ebenfalls sollten geeignete Ruhe- und Aussichtsplätze sowie Wanderwege angelegt werden. Wanderzeichen sollten Ortsunkundigen Spaziergänge und Ausflüge erleichtern.

Später wurde der „Verschönerungsverein“ in „Gemeinnütziger Verein Morsbach“ umgetauft. 1927 errichtete der Verein unter Heinrich Halberstadt eine Badeanstalt, die heute noch zu den bedeutendsten Vorhaben des Heimatvereins zählt. Halberstadt gilt in Morsbach als Symbol für bürgerliche Initiativen. Er war in den 20er und 30er Jahren Vorsitzender des Vereins, und durch seinen Einsatz wurden die Hängebrücke (1928) über die Wisser und der alte Holzaus­sichts­turm auf der Jähhardt (1936) gebaut. Zahlreiche Wanderwege, Schutzhütten und Ruhebänke kamen hinzu. Halberstadt wurde als erstem Morsbacher die Ehre zuteil, dass eine Straße nach ihm benannt wurde. 1994 wurde ihm sogar ein Denkmal gesetzt.

1946 nahm der „Gemeinnützige Verein Morsbach“ nach dem Krieg seine Tätigkeit wieder auf. Er bildete damals die Ortsgruppe des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) und hatte sich „die Hebung des Fremdenverkehrs, die Verbesserung des Landschafts- und Ortsbildes sowie die Förderung der Heimatkultur“ zum Ziel gesetzt.

1953: Neuer Vorsitzender des „Heimatvereins Morsbach“, wie er sich seitdem nennt, wurde Fred Goeser. Ein Aufruf 1963 an alle Bürger führte neue Beispiele für Aktivitäten auf. So wurden das Anbringen von Blumenkästen, die Erneuerung des Außenanstrichs der Gebäude und das Pflanzen von Bäumen, Hecken und Ziersträuchern vorgeschlagen.

1965 ergriff der Heimatverein die Initiative zur abendlichen Flutlichtbeleuchtung der Basilika. Als um 1970 in Morsbach kein Festsaal mehr zur Verfügung stand, regte der Heimatverein einen „Saalbauverein“ an. In diesem Verein wurden alle Interessengruppen zusammengeführt. Mit vereinten Kräften und großer Eigenleistung entstand dann 1971/72 das „Haus im Kurpark“. Zu nennen sind auch der Ausbau des Kurgartens (1968), die Begrünung und die Anpflanzung zahlreicher Laubbäume sowie die Instandsetzung von über 200 Bänken rund um Morsbach.

1977 kam es zur Neugründung des „Heimatvereins Morsbach“. Vorsitzender wurde Karl-Heinz Brück. Ihm folgten bis heute Werner Stausberg, Hans Matschke, Christian Stausberg, Bernd Theile-Ochel und Werner Schuh.

Dass der Heimatverein gegen zum Teil heftigen Widerstand Wesentliches erreichen konnte, zeigte sich Ende 1981/82 in dem Erhalt des ehemaligen Hotels „Zum Prinzen Heinrich von Preußen.“ Einfluss nahm der Verein 1985 auch auf den Bau des neuen Postamtes in der Wald­brö­ler Straße. Seit 1980 beteiligte sich der Heimatverein finanziell u.a. an der Aufstellung historischer Straßenlaternen in der Kirchstraße (1985), an der Heimatchronikreihe (1987/1995) sowie an dem Denkmal für Heinrich Halberstadt (1994).

Die Idee eines „Rähn-Willem-Brunnens“ auf dem Rathausplatz (1983) stammte vom Heimatverein. Ihn finanzierte er ebenso mit wie den Koboldbrunnen in der Kirchstraße (1990). Bei dieser beispielhaften Aufzählung von Initiativen des Heimatvereins Morsbach ist noch der Bau der Schachanlage im Kurpark (1979) und des dortigen Kinderspielplatzes (1993) zu nennen. Seit 1998 organisiert der Heimatverein wieder jedes Jahr das traditionelle Schubkarrenrennen zu Kirmes. Er führt seit dem gleichen Jahr regelmäßig am 1. Mai unter reger Beteiligung eine Familienwanderung in die nähere Umgebung durch und legte 2004 Hand an das marode gewordene Kriegerdenkmal in der Jähhardt.

Beim „Müeschbejer Owend“ stellt der Heimatverein seit 2000 alle zwei Jahre Morsbacher „Eigengewächse“, Interpreten, Referenten und Vereine vor. Dabei wird auch jedes Mal eine besondere Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement im Bereich Heimat, Kultur und Natur verliehen, der „Müeschbejer Jong“ oder das „Müeschbejer Mädchen“.

Auch bei der Weiterführung des Weihnachtsmarktes war er zeitweise federführend, und die Weihnachtsbeleuchtung rund um den Kreisel finanzierte er komplett. Im Dez. 2006 wurde auf Veranlassung des Heimatvereins der Weihnachtsstern aufgearbeitet, und er leuchtete über die Advents- und Weihnachtszeit wieder vom Aussichtsturm auf Morsbach herunter.

Auf der Grundlage der Satzung ist der Heimatverein Morsbach seit dem 1. Januar 2007 um zwei Abteilungen bereichert worden, die Wandergruppe und die Theatergruppe. So können weitere Aktivitäten gebündelt und in einem Verein zielgerichtet für die Zukunft gewährleistet werden.

Die Wandergruppe organisiert jeden Monat 1-2 Wanderungen in die nähere Umgebung, und einmal im Jahr führt sie ein Wanderwochenende durch. Die Teilnehmer können dabei ihre Heimat, die Kultur und Natur kennen lernen.

Die Theatergruppe Morsbach wurde 1997 ins Leben gerufen und führt seit 2000 jedes Jahr ein Theaterstück im Gertrudisheim auf. Dabei wird besonders das „Müeschbejer Platt“ gepflegt.                       

Der Tradition folgend pflegte der Heimatverein in seiner bisherigen Geschichte Brauch­tum und Kulturgut. Bei vielen Anlässen, sei es bei Feiern oder Jubiläen, wirkte der Heimat­verein mit und  wurde so zu einem wichtigen Kulturträger innerhalb der Gemeinde Morsbach.

Besonders hervorzuheben ist die aktive Teilnahme des Heimatvereins an der 1100-Jahr-Feier (1995) und der 1111-Jahr-Feier (2006).

Fortsetzung folgt!

Christoph Buchen