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„Dem Borkenkäfer sei`s gedankt!“

Einweihung der neuen Aussichtsplattform in der Hohen Hardt

Nun hat Morsbach ein neues Wanderziel und gleichzeitig einen neuen Ausguck: Unweit des Autowanderparkplatzes Alzen hat der Heimatverein Morsbach am Weg zum Aussichtsturm am 21. August 2022 eine neue Aussichtsplattform eingeweiht und gleich wieder verschenkt. Per Schenkungsurkunde ist jetzt die Gemeinde Morsbach Eigentümerin der Konstruktion mit Namen „Müeschbejer Repu-BLICK“.

Pünktlich um 11.00 Uhr traf die 15-köpfige Wandergruppe, die vorher am Kurpark gestartet war, am neuen „Skywalk“ ein. Werner Schuh, Wanderleiter und Vorsitzender des Heimatvereins, konnte an Ort und Stelle noch rund 50 weitere Gäste begrüßen, die der Einladung zur Inbetriebnahme der neuen Plattform gefolgt waren.

Schuh erinnerte in seiner Rede an die Entstehungsgeschichte der neuen behindertengerechten Konstruktion. Ihm war bei einem Spaziergang die Idee gekommen, ob des ungeahnten neuen Ausblicks an dieser Stelle mit Sicht auf Morsbach und das Gebiet bis hinauf nach Lichtenberg einen begehbaren Ausguck entstehen zu lassen. Mit Vorstandskollegen Klaus Jung vom Heimatverein, gleichzeitig Architekt und Statiker, fand Schuh einen Partner, der die Idee rasch zu Papier brachte und eine eiserne Konstruktion entwarf, eben diese neue Aussichtsplattform.

Werner Schuh erinnerte, dass in den letzten 12 Monaten so manche behördliche Hürde überwunden und die Finanzierung gemeistert werden mussten. Aber dank zahlreicher Spenden konnte das Ziel erreicht werden. Der Heimatvereinsvorsitzende dankte allen, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben, können doch nun auch Personen mit Rollstuhl und mit Kinderwagen den Panoramablick von der Plattform aus problemlos genießen. „Wer keine Höhenangst und keine Angst vor einen Drehwurm hat, kann ja noch weiter zum 30 Meter hohen Aussichtsturm wandern“, meinte Werner Schuh.

Dem Konstrukteur und Bauleiter Klaus Jung war es dann überlassen, den einzelnen Personen, Institutionen und Firmen zu danken, die mit Sach- und Geldspenden die über 50.000 Euro teure Plattform mitgetragen haben. „Dem Borkenkäfer sei`s gedankt!“, meinte Jung. Wären die Fichten an dieser Stelle der Hohen Hardt nicht vor zwei Jahren dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen, hätte sich nicht diese tolle Sicht aufgetan, erläuterte er. Jung lies aber auch nicht unerwähnt, dass die neue Konstruktion sowohl auf Zustimmung, als auch auf Kritik gestoßen sei.

Jung ergänzte noch: „Im Herbst pflanzen Heimatverein und NABU unterhalb der neuen Plattform auf rund 700 Quadratmetern noch neue niedrig wachsende Gehölze, so dass mit dieser Anlage auch ein Beitrag zur Neubegrünung und Waldumwandlung geleistet wird.“

Der erste stellvertretende Bürgermeister Reiner Borbones zeigte sich gerührt von den vielen Spendern und betonte, dass hier keine Steuergelder verwendet wurden. „Morsbach ist hiermit um eine touristische Attraktion reicher“, meinte er. Werner Schuh und Klaus Jung überreichten dem Vertreter der Gemeinde daraufhin eine Schenkungsurkunde, in der steht, dass der Heimatverein mit der neuen Aussichtsplattform einen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Morsbacher Wanderlandschaft leisten möchte.

Sigrid Stark vom Gemeindekulturverband überreichte Werner Schuh noch einen Zuschuss in Höhe von 1.500 Euro für die Aussichtsplattform, ehe der Heimatverein dann die Anwesenden zu kühlen Getränken und warmen Fleischkäsebrötchen einlud.

Zahlen und Fakten zur neuen Aussichtsplattform „Müeschbejer Repu-BLICK“

330 m über Normalnull befindet sich auf der Hohen Hardt am Wanderweg Alzen-Aussichtsturm die neue Plattform. Sie ist 10 m lang und vorne 4,50 m breit. Die Rollstuhlrampe ist 4,25 m lang. Die Plattform schwebt am Ende 5 m über dem felsigen Boden. Die Konstruktion wiegt 3 Tonnen. Die Plattform ist dazu ausgelegt, pro Quadratmeter 7 Personen zu tragen.

Nachfolg einige Fotos von Christoph Buchen von der Einweihung der neuen Aussichtsplattform in der Hohen Hardt. (CB-21.08.22)